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Die Stiftung Seraphisches Liebeswerk Altötting (SLW) besteht seit 1889.
Sie betreibt an sieben Standorten
in Bayern Einrichtungen der Kinder-
und Jugendhilfe, Kindertagesstätten, sowie vier private, staatlich anerkannte Grund-, Haupt- und Mittelschulen, davon zwei Förderzentren für emotionale und soziale Entwicklung. [mehr…]




Exerzitien im Franziskushaus Altötting Hier finden Sie die aktuellen
Termine.




Anmeldung
05.07.2015


Die bunte Mischung macht`s

Ein Interview mit Rektorin Christine Pfeiffer


1895 ist die Schule im Franziskushaus Altötting eröffnet worden. Damals unterrichtete eine Mallersdorfer Ordensschwester 39 Heimkinder, ein Kapuzinerpater gab Religionsunterricht. Rektorin Christine Pfeiffer blickt zurück auf 120 Jahre Geschichte und erzählt aus dem Schulleben von gestern und heute.


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Christine Pfeiffer unterrichtet seit 1983 an der Franziskushausschule, seit 2004 leitet sie die Schule. Zum Jubilum bltterte die Rektorin in der Chronik. Foto:SLW

Stiftungskommunikation:
Die Schule im Franziskushaus feiert heuer 120jähriges Bestehen, der Unterricht war nur in den Kriegsjahren 1944/45 unterbrochen, weil im Haus ein Lazarett stationiert wurde. Welche Entwicklungen waren für die Schule entscheidend?

 

Christine Pfeiffer:
Angefangen hat der Schulbetrieb mit ungeteilten Klassen, dann kam die Einteilung in eine Unter- und in eine Oberstufe und schließlich die jahrgangsgemischten Klassen 1/2, 3/4, 5/6 und 7/8. Im Schuljahr 1985/86 wurde erstmals eine 9. Klasse gebildet. Diese Kombiklassen hatten wir ziemlich lange. 2004 hatten wir als letzte Kombiklasse noch die Jahrgangsstufen 1 und 2, alle anderen waren schon getrennt.

 

Stiftungskommunikation:
Warum kam es zu dieser Trennung?

 

Christine Pfeiffer:
Wir haben festgestellt, dass wir unseren Schülern nicht mehr gerecht werden können. Ich hatte erfahrene Kollegen, die hatten am Ende des Schuljahres das Gefühl, sie werden weder den Erstklässlern noch den Zweitklässlern nicht gerecht. Es wird immer dann schwierig, wenn die Kollegen den Spagat machen sollen zwischen zwei Jahrgangsstufen, wenn innerhalb einer Klasse schon eine große Bandbreite vorhanden ist.


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In den 1920er Jahren unterrichteten Mallersdorfer Ordensschwestern vier jahrgangsgemischte Klassen. Die Buben lebten im Heim. Foto:Archiv

Stiftungskommunikation:
Welche Kinder besuchen denn die Franziskushausschule?

 

Christine Pfeiffer:
Wir haben eine bunte Mischung. Wir haben hochbegabte und auch schwachbegabte Schüler. Wir haben unauffällige Kinder und solche mit Defiziten im sozial-emotionalem Bereich. Derzeit besuchen rund 150 Mädchen und Jungen die Schule, ein Fünftel davon kommt aus den beiden Heimgruppen.

 

Stiftungskommunikation:
Die Schule ist eine Grund- und Mittelschule mit den Klassen von 1 bis 9. Was zeichnet Ihre Schule aus?

 

Christine Pfeiffer:
Unsere Klassengrößen hören bei 20 Schülern auf. In der ersten Klasse fangen wir bei 15 Schülern an, dann pendeln sich die Klassen zwischen 15 und 20 Kindern ein. Wir heißen Heimvolksschule, d.h. wer bei uns in die Schule geht, ist am Nachmittag im Haus in irgendeiner Form betreut.

„Wir versuchen allen Kindern gerecht zu werden“

Wir unterstehen dem staatlichen Schulamt, sind staatlich anerkannt und unterrichten nach dem amtlichen Lehrplan der Grund- und Mittelschule. Am Ende können die Schüler mit dem erfolgreichen Hauptschulabschluss bzw. mit dem Quali abschließen.

 


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Kinder aus Alttting und der Region besuchen die Schule. Etwa ein Fnftel der Schler leben in den Wohngruppen des Hauses. Foto: Christoph Kleiner

Stiftungskommunikation:
Das Thema Inklusion ist seit einiger Zeit ein Dauerbrenner an Schulen, mit allen positiven Möglichkeiten für die Kinder aber auch Problemen in der Praxis. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

 

Christine Pfeiffer:
Inklusion ist bei uns ein riesengroßes Thema. Ich habe vier Anträge gestellt für die Anerkennung als Inklusionsschule. Diese wurden abgelehnt, weil wir keine staatliche Schule sind. Nur staatliche Schulen können Inklusionsschulen werden, keine Privatschulen.

„Wir machen Inklusion schon immer“

Aktuell haben wir einen Rollstuhlfahrer, ein autistisches Kind mit Schulbegleitung und ab September ein Kind mit geistig verzögerter Entwicklung mit Schulbegleitung. Das heißt, wir machen Inklusion schon immer, ganz nach dem Motto des SLW-Gründers Pater Cyprian Fröhlich: gib jedem Kind eine Chance.

 


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Jedes Kind erhlt individuelle Untersttzung, um den Unterrichtsstoff ganzheitlich zu begreifen. Foto: Christoph Kleiner

Stiftungskommunikation:
Zurzeit werden die Abschlussprüfungen geschrieben und dann geht es für die Neuntklässler los mit dem Berufsleben. Ist es tatsächlich so, dass Hauptschüler heute wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben?

 

Christine Pfeiffer:
Bis jetzt haben wir alle untergebracht. Es gibt natürlich welche, die wollen sich nicht unterbringen lassen. Da kann man nichts machen. Die einen Abschluss haben wollen, haben einen bekommen.

„Alle, die arbeiten wollen, haben einen Job bekommen.“

Wir hatten die letzten Jahre keinen mehr, der keinen erfolgreichen Hauptschulabschluss hatte. Einige probieren dann auch den Quali (Qualifizierenden Hauptschulabschluss). Da müssen wir dann schauen, wer durchkommt. Dazu muss man wissen: wir haben relativ viele Kinder, die kommen aus Förderzentren. Die steigen bei uns in die Regelschule ein. Wenn diese Kinder einen erfolgreichen Hauptschulabschluss machen, dann ist das in Ordnung. Wenn dann noch ein paar den Quali schaffen, dann freuen wir uns doppelt.

Feierlichkeiten zum Jubiläum 120 Jahre Franziskushausschule
Der Räuber Hotzenplotz

Die Niekamp Theater Company aus Bielefeld inszenierte mit ihren Stabpuppen auf der Schulbühne den Kinderbuch-Klassiker Der Räuber Hotzenplotz von Otfried Preußler. Kinder brauchen Theater - und zwar auf hohem, sprachlichem Niveau. Ein Grundsatz der beiden Puppenspieler Thomas R. und Rafael Niekamp. Preußlers Erzählung ist seit 1980 im Repertoire des Schauspiel-Duos. Eine Kasperlsgeschichte, frech und turbulent mit großen Stabfiguren und Handpuppen in Szene gesetzt. Das Bühnenbild ist angelehnt an die Buchillustrationen.


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