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Die Stiftung Seraphisches Liebeswerk Altötting (SLW) besteht seit 1889.
Sie betreibt an sieben Standorten
in Bayern Einrichtungen der Kinder-
und Jugendhilfe, Kindertagesstätten, sowie vier private, staatlich anerkannte Grund-, Haupt- und Mittelschulen, davon zwei Förderzentren für emotionale und soziale Entwicklung. [mehr…]




Exerzitien im Franziskushaus Altötting Hier finden Sie die aktuellen
Termine.




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Mo, 02.12.2013


Kinder und Jugendliche haben das Recht auf Beteiligung
Jugendhilfenetz Süd-Ost-Bayern stellt Partizipation in den Mittelpunkt der Heimerziehung


 Kinder und Jugendliche, die in Wohngruppen und Heimen leben,  müssen in der Einrichtung mitsprechen und mitentscheiden dürfen. Das war der einhellige Tenor der Fachveranstaltung des Jugenhilfenetzes Süd – Ost – Bayern im Franziskushaus Altötting. Partizipation, also die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen,  ist als Grundrecht in der UN – Kinderrechtskonvention aufgeführt und wird in den Einrichtungen der Jugend- und Behindertenhilfe seit langem gelebt. Neu ist nun, dass Konzepte zum Beteiligungs- und Beschwerdemanagement  seit  Januar 2013 Voraussetzung sind, um die notwendige Betriebserlaubnis für ein Heim zu erhalten bzw. diese nicht zu verlieren.


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Welche Rahmenbedingungen und Strukturen müssen nun geschaffen werden, um die geforderte Beteiligung als Qualitätsstandard  zu verankern? Wie kann es gelingen, die Wünsche von Kindern und Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung in die pädagogische Planung einfließen zu lassen? Welchen Platz können Eltern in der Heimerziehung einnehmen?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich die 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Fachvorträgen und Workshops auf der Fachtagung in Altötting. Nach einer kurzen Begrüßung durch Hausleiter Johannes Erbertseder und Moderator Heinz Schätzel der Startklar Jugendhilfe Freilassing hieß Landrat Erwin Schneider die Pädagogen aus den Einrichtungen sowie die Vertreter der Jugendämter, des Bezirkes und der Heimaufsicht  der Regierung von Oberbayern herzlich willkommen. Er betonte, dass die Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe mit guten Konzepten und guten Partnern wichtig sei für den gesamten Landkreis. Zweiter Bürgermeister der Stadt Altötting, Wolfgang Sellner, schloss sich diesen Worten an und zeigte sich zuversichtlich, dass Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe auf dem richtigen Weg sind,  Eltern und deren Kinder immer wieder zu ermutigen, Eigenverantwortung zu übernehmen und zu leben.


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Pädagogen müssen Beteiligung zulassen

Die pädagogische  Haltung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellte Frank Einwanger, pädagogischer Leiter des Franziskushauses, in den Mittelpunkt seines Vortrages. „Partizipation ist noch keine Selbstverständlichkeit“, so seine These ans Publikum gerichtet. Die besten Konzepte helfen nicht weiter, wenn sie von den Pädagogen im Haus nicht umgesetzt werden. Der Schlüssel zu einer echten Kooperation zwischen Erwachsenen und Kindern liege in der Bereitschaft des Pädagogen, diese Partnerschaft auf Augenhöhe zuzulassen. Damit das Mitdiskutieren und Mitentscheiden der Kinder nicht in Anarchie ende, brauche es klare Regeln und Strukturen. „ Kinder benötigen Erwachsene, die ihnen zur Seite stehen in der Findung von Entscheidungen“ so Einwanger. In diesem Zusammenhang legte  er Wert darauf, die Kinder nicht zu überfordern, sondern die Möglichkeiten der Teilnahme in der Einrichtung stufenweise einzuführen. Das Zulassen der Kindermeinungen bis hin zu demokratisch getroffenen Entscheidungen könnten die Mitarbeiter  immer dann am besten akzeptieren, wenn sie selbst erleben, dass die eigenen  Vorgesetzten  demokratische Führungsstrukturen in einer Einrichtung fördern. „ Wenn wir von Beteiligung sprechen, dann geht es immer auch um den Umgang mit Macht“  resümierte Frank Einwanger.

 

Ziel ist ein Leben in Selbstbestimmung

Martin Wegehaupt, Wohnheimleitung des heilpädagogischen Zentrums in Ruhpolding, stellte ebenso die pädagogische Grundhaltung in den Mittelpunkt seines Vortrages. Ein Kind, das aufgrund seiner Behinderung seine Wünsche nicht aussprechen kann, hat dennoch ein Recht auf Beteiligung. Hier liege eine besondere Verantwortung in der genauen Beobachtung des jungen Menschen, so Wegehaupt.  Immer wieder muss der junge Mensch gezielt nach seinen Vorstellungen gefragt und seine Reaktionen gedeutet werden. Mitbestimmung ist im Bereich der Behindertenhilfe nicht leicht, denn die Kinder hätten oft wenig Selbstbewusstsein  und sie seien es von zuhause oft nicht gewohnt, auf Augenhöhe mit Erwachsenen zu verhandeln. Diese eingeschränkte Selbstständigkeit sei aber nicht zwangsläufig ein Hindernis für die Selbstbestimmung.  Silvio Gödickmeier, Bereichsleiter der Startklar Jugendhilfe Freilassing, schloss sich den Gedanken seines Vorredners  an. Demokratie muss erlernt werden“ so der Ansatz von Gödickmeier. Am Beispiel der Jugendwohngruppe in Kirchanschöring bearbeitete der Referent vier Felder der gelebten Partizipation: die Alltagsgestaltung, Regeln des Miteinanders, gemeinsame Gremien und den Hilfeprozess. In diesen Bereichen gebe es eine Vielzahl von Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche miteinzubeziehen. Sei es in der Gestaltung des Essensplans, durch die Einrichtung eines Kummerkastens, das Abhalten einer wöchentlichen Hauskonferenz oder die selbstverständliche Teilnahme eines Jugendlichen an Lehrer- und Jugendamtsgesprächen.


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Margarete Winnichner, Fachbereichsleiterin im Diakonischen Werk Traunstein, lenkte den Blick auf die Beteiligungsrechte der Eltern. Elternarbeit ist ein elementarer Baustein in der Heimerziehung, die Rückführung des Kindes in seine Familie sei schließlich großes Ziel der Jugendhilfe. Es muss daher von Seiten der Einrichtung alles getan werden, um die Eltern- Kind- Beziehung zu stabilisieren, so die Referentin.  Wertschätzung, Vertrauen und Respekt  sind laut Fachbereichsleiterin Winnichner unabdingbar für eine gelingende Zusammenarbeit  zwischen den Mitarbeitern der Einrichtung und den Familien zum Wohle der Kinder. Eltern könnten im Alltag der Heime einen festen Platz einnehmen.  Feste und gemeinsame Ausflüge  bieten die Möglichkeit, dass die Kinder ihre Mutter und ihren Vater in einem positiven Umfeld erleben. „Früher hatten Eltern im Heim keinen Platz“, so Winnincher, „das muss sich ändern.“ Sie forderte eine möglichst wohnortnahe Unterbringung, gut ausgebildetes Fachpersonal und die Bereitschaft der Pädagogen, die Eltern in ihre Arbeit mit hineinzunehmen.


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Landesheimrat Bayern setzt sich für Kinderrechte ein

Stefanie Zeh-Hauswald vom Bayerischen Landesjugendamt stellte den Teilnehmern der Fachtagung den neu gewählten Landesheimrat Bayern vor. Am 18. Juli dieses Jahres wurden auf der dritten landesweiten Partizipationstagung IBSHEIM III aus den stationären Einrichtungen zum ersten Mal sechs Mädchen und sechs Jungen im Alter zwischen elf und neunzehn Jahren in dieses neue Gremium gewählt. Bayern ist nach Hessen das zweite Bundesland, dass nun auf Landesebene die Beteiligung von jungen Menschen im der Jugendhilfe ermöglicht. Der Landesheimrat Bayern sieht seine Aufgabe vor allem darin, darauf zu achten, dass die Kinder und Jugendlichen ihr Recht auf Beteiligung in den Einrichtungen auch wahrnehmen können. Vom Publikum wurde dazu kritisch angemerkt, dass die Kinder aus den Behinderteneinrichtungen noch nicht berücksichtigt worden seien. Sie  verwiesen darauf, dass das Grundrecht der Teilnahme nicht an Fähigkeiten festgemacht werden darf.


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